Samstag, 16 Februar 2019 09:05

Fastenzeit und Verzicht

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Jedes Jahr treffen wir auf den Begriff Fastenzeit und bringen ihn nur zu gerne mit dem christlichen Glauben in Verbindung. Dabei ist diese Zeit für uns alle sehr wertvoll und kann - auch losgelöst vom christlichen Glauben - begangen werden. Es geht auch nicht darum (außer man möchte es) körperlich zu fasten, wobei die Jahreszeit dennoch geeignet dafür wäre. Denn: Der Hauptaspekt dieser Zeit liegt im inneren Fasten, in der inneren Wandlung, im Loslassen und im geistigen Entschlacken.

 

Die Fastenzeit, die heuer am Aschermittwoch, 6. März beginnt und am Karsamstag, 20. April endet, ist auf die Zahl 40 ausgelegt (wenn auch die Sonntage nicht mitgezählt werden). 40 Tage und 40 Nächte - so steht es in der Bibel - hat die Sintflut gedauert und diese Anzahl der Tage hat Jesus fastend in der Wüste verbracht. Soweit der biblische Hintergrund.

 

Die Zahl 40 steht für eine Phase der Vorbereitung, des Wandels und des Überganges. Banalst betrachtet, fällt es in den Beginn des Frühlings (20. März), wo Altes zurückgelassen und Neues aufbrechen kann. Damit geht etwas verloren und etwas anderes beginnt. Es ist die ideale Zeit um im Geistigen zu fasten.

 

Fasten ist kein Verzicht, fasten ist Bewusstsein. Zum Beispiel das Bewusstsein, was man nicht mehr braucht, was einem behindert, was einen im Alten verharren lässt und das Loslassen desselben.

 

Im Zeitraum davor haben wir uns mit dem Fasching, dem Rollenspiel, dem maskiert-sein, beschäftigt. Vergiss nicht: Es ist schon eine Rolle, das Kind von jemanden zu sein oder selbst Elternteil zu sein. Dann haben wir zum Beispiel noch die Rolle des Partners, des Freundes, des Kritikers, das Arzt-Patienten-Verhältnis … bis hin zum Gekränkten, Verletzten, dem Unrecht ausgesetzten, … - jedesmal verhalten wir uns anders, immer sind wir eine andere Person und leben andere Ängste und Prägungen aus, erleben uns selbst anders. Und vor allem zwingen wir mit unseren Rollen andere Menschen auch in eine Rolle, die wir ihnen zuweisen. Alleine schon die Unfähigkeit, sich selbst zu erkennen, kann eine Rolle sein. Was bringt mich dazu, mich nicht ehrlich genug anzusehen? Welcher Glaube, bzw. welche Angst des Minderwertes versucht das zu verhindern. Wer kann hier nicht ehrlich sein?

 

Fasten ist damit der bewusste (!!!) Verzicht auf diese Rollen und der Mut, das eigene Sein mehr und mehr ins Leben zu bringen. Siehst du den Zusammenhang? Du lässt die alten Rollen los und beginnst etwas Neues zu leben, spätestens, wenn die Fastenzeit vorüber ist. Was kann dieses Neue sein? Du selbst! Also frage dich, wer du bist unter all diesen Rollen und trachte danach mehr und mehr authentisch zu werden.

 

Nütze diese 40 Tage der Fastenzeit, um ganz bewusst die Erkenntnisse der Faschingszeit umzusetzen und Prägungen, Vorstellungen, Erwartungen und die damit einhergehenden Rollen immer sparsamer und in immer geringer werdendem Ausmaß einzusetzen, bis du sie loslassen kannst. Und selbst, wenn dieser Prozess über diese 40 Tage hinausgeht, ist ein jeder Gedanke, der dieses Bewusstsein ausdrückt und ein jeder ehrlich gemeinter Versuch, den Verzicht der Rolle zu üben, ein höchst wertvoller Moment, indem du dich mehr und mehr deinem wahren Sein hinwendest.


Als Hilfestellung sende ich zu einem jeden der 40 Fastentage plus der Sonntage einen Impuls, der dich darin unterstützen soll, zumindest im Kleinen eine Änderung zu bewirken. Diese Impulse können ganz unterschiedlich ausfallen - aber sie dienen alle einem liebevollen Leben.

Alle, die meinen Newsletter abonniert haben, erhalten diese Impulse jeweils am Sonntag für eine Woche im voraus. Allerdings beginne ich mit der ersten Aussendung am Faschingdienstag, 5. März, da die Fastenzeit dann gleich am Mittwoch, 6. März beginnt. Wer diesen Blogeintrag liest, keinen Newsletter abonniert hat und dennoch diese Impulse erhalten möchte, meldet sich bitte für den Newsletter an. Wer mittendrin mit den Impulsen beginnt, kann sich nach dem Anmelden zum Newsletter auch die vorigen Impulse von mir nachsenden lassen (einfach bei mir melden).

Viel Freude an diesen Impulsen und in dieser klärenden Zeit!

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