Du bist nichts, was du beobachten oder wahrnehmen kannst. Du bist immer das Bewusstsein dahinter. Damit bist du auch nicht dein Denken, dein Fühlen oder eine Prägung, die du auslebst. Du bist nichts davon.

Personen, die an meinen Veranstaltungen teilnehmen, kennen diese Übung und natürlich gibt es derer viele im Internet, die sich alle ähneln. Der Grund dieser Ähnlichkeit ist einfach: Sie verfolgen eine bestimmte Absicht, die sich aus der Übung ergibt. Diese hier ist für einen jeden Menschen geeignet, der sie ernsthaft durchführen möchte. Und sie ist sehr gut, da sie einen dazu bringt - sofern man sich ihrer regelmäßig bedient - eine andere Sichtweise auf sein Sein zu bekommen und man sich als das erfährst, was man ist: Bewusstsein. Nicht mehr und nicht weniger.

Ich habe schon früher ein Audio zu dieser Übung gemacht: Wer oder was bin ich?

Hier nun die Anleitung zur Übung, die umfassender ist, als im Audio:

Sieh dich um und betrachte deine Umgebung. Sieh dir die Gegenstände an und spüre die Unterlage, auf der du sitzt. Frage dich nun: Bin ich das? Bin ich diese Unterlage? Bin ich diese Mauer? Bin ich dieses Fenster? ... Kann ich das wirklich sein? Und um zu erfahren, dass du es nicht bist, frage dich wie es wäre, genau jenes zu sein: Die Unterlage, die Mauer, das Fenster, .... Wie wäre es, x zu sein? Versuche dich hineinzuversetzen und mache dir klar, wie dein Leben als (zum Beispiel) Mauer wäre. Wenn du deutlich fühlst, dass du nicht bist, was du hier sehen kannst, weil du dieses Leben als Mauer nicht führst, gehe weiter in der Übung.

Nimm nun etwas Lebendiges. Denke an die Natur oder vielleicht hast du zuhause Pflanzen. Frage dich nun: Bin ich das? Bin ich dieser Baum, bin ich diese Pflanze? Kann ich das wirklich sein? Und um zu erfahren, dass du es nicht bist, frage dich, wie es wäre, genau jenes zu sein: Der gedachte Baum oder die Topfpflanze in deinem Heim. Wie wäre es, x zu sein? Versuche dich hineinzuversetzen und mache dir klar, wie dein Leben als (zum Beispiel) Topfpflanze wäre. Wenn du deutlich fühlst, dass du auch nichts Lebendiges bist, an das du denkst oder das du in deinem Wohnraum sehen kannst, weil du dieses Leben als Baum oder Topfpflanze nicht führst, gehe weiter in der Übung.

Betrachte deinen Körper. Frage dich nun: Bin ich das? Bin ich dieses linke Bein, dieser rechte Arm, diese Hand, ...? Kann ich das wirklich sein? Und um zu erfahren, dass du es nicht bist, frage dich, wie es wäre, genau jenes zu sein: Dieses Bein, dieser Arm, diese Hand, ... Wie wäre es, x zu sein? Versuche dich hineinzuversetzen und mache dir klar, wie dein Leben als (zum Beispiel) linkes Bein wäre. Wenn du deutlich fühlst, dass du nichts bist, was du hier sehen kannst, nicht einmal wenn es an dir angewachsen ist und zu deinem Körper gehört, weil du dieses Leben als linkes Bein nicht führst, gehe weiter in der Übung. Aber erst, wenn dir das wirklich deutlich im Gefühl klar ist. Sollte dem nicht so sein und du fühlst dich mit deinem Körper irgendwie identifiziert, wiederhole diese Übung, beginnend mit der unbelebten Umgebung (Mauer, Stuhl, ...).

Bemerke nun, dass du denkst. Da sind Gedanken. Irgendwelche Gedanken schwirren durch deinen Kopf, mehr oder weniger hartnäckig. Nimm nun einen Gedanken heraus, den du gut kennst und betrachte ihn. Du brauchst ihn nicht zu analysieren und du musst auch sonst nichts weiter mit ihm tun. Betrachte ihn einfach und frage dich nun: Bin ich das? Bin ich dieser Gedanke? Kann ich das wirklich sein? Und um zu erfahren, dass du es nicht bist, frage dich, wie es wäre, genau jenes zu sein: Dieser eine Gedanke (der jetzt für alle anderen steht), der als Beispiel nun aussagt, dass du kein leichtes Leben hast. Versuche dich hineinzuversetzen und mache dir klar, wie dein Leben als (zum Beispiel) der Gedanke "ich habe kein leichtes Leben" wäre. Wäre es dann noch möglich etwas anders zu denken, etwas anderes zu sein, etwas anderes zu glauben - wenn du dieser oder ein anderer Gedanke wärst? Es mag absurd klingen und vielleicht auch herausfordernd, sich das "Leben" eines Gedanken vorzustellen und es nachzuempfinden. Aber so kommst du zur inneren Erkenntnis, dass du dieser Gedanke nicht bist - er etwas ist, was auftaucht und wieder geht, weil schon ein neuer Gedanke da ist, der ihn ablöst und der du übrigens auch nicht bist. Warum also, gibst du deinen Gedanken Macht über dein Leben? (Auch hier gilt: Wiederhole die Übung, wenn du dich dennoch mit deinen Gedanken identifizierst.)

Und nun - zum guter Letzt - machst du diese Übung auch, wenn dir ein Gefühl unterkommt, dass dich belastet und das du gut kennst. Auch hier ist nichts zu analysieren oder mit dem Gefühl zu tun. Lasse dieses Gefühl sein und frage dich nun: Bin ich das? Bin ich dieses Gefühl? Kann ich es wirklich sein? Und um zu erfahren, dass du es nicht bist, frage dich, wie es wäre genau jenes zu sein: Dieses Gefühl (als Beispiel) zurückgewiesen zu sein. Versuche dich hineinzuversetzen und mache dir klar, wie ein Leben als das Gefühl "ich bin zurückgewiesen" wäre. Wäre es dann noch möglich etwas anderes zu fühlen, wenn du doch schon dieses eine Gefühl bist? Oder etwas anderes zu erleben, als dieses eine Gefühl? Gäbe es dann noch etwas anderes in deinem Leben? Könntest du noch Vielseitigkeit erfahren, wenn du dieses eine Gefühl wärst? (Solltest du dich dennoch weiter mit deinen Gefühlen identifizieren, wiederhole diese Übung.)

Und nun frage dich: "Wer oder was erlebt das alles, ist aber nichts davon? Wer oder was registriert und beobachtet alles, ist aber nichts davon. Nicht das Äußere, nicht der Körper, nicht die Gedanken, nicht die Gefühle? Wer oder was ist das?"

Die Antwort lautet: Bewusstsein. Du bist das Bewusstsein, das alles registriert, aber nichts davon wirklich ist oder sein kann!

Diese Übung kann man beliebig oft wiederholen, es geht nur um die Erkenntnis, dass man nichts anderes sein kann, als Bewusstsein - ja nicht mal dieser Körper oder das, was im Äußeren geschieht. Es zahlt sich aus, sie regelmäßig zu wiederholen, bis sich das eigene Bewusstsein dazu gefestigt hat.